Eine andere Art des Reisens

Werksführung bei der Hymer GmbH & Co. KG

Als passionierte Flieger sieht man häufig über den Tellerrand und lernt Neues dazu. Außer der Welt in der Ferne lässt sich aber auch noch im Naheliegenden vieles entdecken, wie wir am 15.02.2018 auf einer Werksführung der Hymer GmbH & Co. KG erfahren durften.

 

Hymer? Bauen die jetzt ein neues Wohnmobil – „Flymer“? Nicht ganz. Auch wenn das fliegende Personal eher in der Luft und ein Wohnmobilfahrer vorzugsweise am Boden unterwegs ist, legen doch beide Wert auf eine leichte, stabile, dünne und dabei möglichst isolierende Hülle. Was man für eine solche Leichtbauweise alles benötigt, konnten wir in dem 1923 in Bad Waldsee gegründeten Unternehmen hautnah beobachten.

 

Regina Egel und Luisa-Maria Wendt (beide Auszubildende im 2. Lehrjahr) führen uns an diesem Tag über das riesige Areal (vgl. hierzu oben: Google Maps). Nach einem kurzen Blick auf die Warenannahme – bis zu 100 LKWs pro Tag kommen hier an – betreten wir das Nebengebäude. Fotografieren ist hier, wie im gesamten Betriebsgelände leider verboten. Wir erfahren auch schnell warum. Drei Mauern erwarten uns hier: eine 80cm-dicke Vollziegelwand, eine durchschnittlich dicke Wand der Mitbewerber auf dem Wohnmobilmarkt und ungeschlagen dünn – nicht nur in diesem Vergleich, sondern weltweit: eine 3,5cm-dicke PUAL-Wand. Sie ist bei gleich starker Isolierung die dünnste und leichteste, und zugleich ein Markenzeichen von HYMER.

 

Neugierig auf das große Geheimnis blicken wir in die Schäumerei. Hier werden die Wände gefertigt. Sperrholzplatten (und mittlerweile Aluminiumwände), Aluminiumgitter und PU-Schaum werden mit hohem Druck verbunden, sodass keine Lufteinschlüsse überbleiben. Hört sich einfach an. Nachbauen ist aber nicht.

Und noch etwas zeichnet HYMER aus: Ihre Leichtbauweise beim Mobiliar. Davon können wir uns selbst überzeugen: im Gewichtsvergleich zweier identisch aussehender Schränke. Der HYMER-Wand-Schrank trägt unbestritten einfacher und ist außerdem noch sehr stabil.

 

 

Die Firma verbaut diese leichte Mobiliarwand nicht nur in den Schränken, sondern in den Betten und der gesamten Fassade, wie wir dann beobachten können. Zum Schluss werden die ganzen Teile platzsparend am Fließband eingebaut. „Jeder der Wägen, die wir hier sehen“, erzählt uns Regina, „hat bereits einen Käufer.“

Um alle restlichen Abteilungen der Produktion einmal zu nennen:

Neben den bereits genannten Abteilungen fehlen noch die Holzverarbeitung, die Seitenwandvormontage, Küchenbau, Bettenfertigung und Nasszellenfertigung (sprich: Bad und Dusche). Alles diese Bereiche durften wir während der Führung besichtigen und es war beeindruckend zu sehen, wie viel an so einem Wohnmobil und Wohnwagen überhaupt dran ist oder eben nicht.

 

Trotz all der Reisemobile und Wohnwägen entdecken wir auch ein Flugzeug, bei den Azubis nämlich. Vor allem Schreiner werden hier gebraucht. Die üben ihre Fertigkeiten dann in verschiedensten Kreationen. Neben einem Frühstücks-Klapptisch, einer Waage und einem Liegestuhl finden wir hier eben auch einen kleinen Flugzeugkörper. Der ist zwar nicht flugfähig, aber dafür geht man auch besser zu uns auf den Flugplatz.

 

Zusammenfassend waren alle Teilnehmer der Führung fasziniert von der Produktion und sehr dankbar den netten Damen gegenüber, welche uns alles bestmöglich erklärten. Einen großen Dank gilt den beiden und unserem Jugendleiter Philipp für die Organisation der Werksführung.

 

geschrieben von: Marie Evelyn Pirker, Jakob Roth

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